Heidi Rau -  Veranstaltungen mit Herz und Verstand0
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Weisheiten

Desiderata 

 

 

Gehe gelassen inmitten von Lärm und hast und denke daran wie ruhig es sein kann in der Stille. So weit als möglich - ohne dich aufzugeben - sei auf gutem Fuß mit Jedermann. Das, was du zu sagen hast, sprich ruhig und klar aus und höre andere an, auch wenn sie langweilig oder töricht sind, denn auch sie haben an ihrem Schicksal zu tragen. Meide die Lauten und Streitsüchtigen, sie verwirren den Geist. Vergleichst du dich mit Anderen kannst du hochmütig oder verbittert werden, denn es wird immer Menschen geben, die besser erscheinen als Du. Erfreue Dich am Erreichten und an deinen Plänen. Bemühe  Dich um Deinen eigenen Beruf, wie bescheiden er auch sein mag, so ist er doch ein fester Besitz im Wandel der Zeit. Sei vorsichtig bei deinen Geschäften, denn die Welt ist voller Betrüger. Aber lass deswegen das Gute nicht aus den Augen, denn Tugend ist auch vorhanden. Viele streben nach Idealen und überall im Leben gibt es Helden. Sei DU selbst. Täusche keine falschen Gefühle vor. Sei auch nicht zynisch, wenn es um Liebe geht. denn trotz aller Öde und Enttäuschung verdorrt sie nicht, sondern wächst weiter wie Gras. Höre freundlich auf den Ratschlag des Alters und verzichte mit Anmut auf Dinge der Jugend. stärke die Kräfte deines Geistes, um Dich bei plötzlichem Unglück zu schützen. Quäle dich nicht mit Wahnbildern. Viele Ängste werden durch Müdigkeit und Einsamkeit geweckt. Bei aller angemessenen Disziplin - sei freundlich mit Dir selbst. Genau wie Bäume und Sterne so bist auch Du ein Kind der Schöpfung und hast ein Recht auf deine Existenz. Und auch wenn Du das nicht verstehst, so entfaltet sich die Welt gewiss nach Gottes Plan. Bleibe also im Frieden mit Gott, was immer er für Dich bedeutet und was immer Deine Sehnsüchte  und Mühen in der lärmenden Verworrenheit des Lebens seien. - bewahre den Frieden in Deiner Seele. Bei allen Enttäuschungen, Plackereien und zerronnenen Träumen ist es dennoch eine schöne Welt. Sei vorsichtig. Strebe danach glücklich zu sein.

 

Nach dem englischen Original von 1692

gefunden in der St. Pauls Kirche in Baltimore

 

 

Eure Kinder sind nicht eure Kinder

 

 

Sie sind Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber. Sie kommen durch Euch, aber nicht von Euch. Und obwohl sie mit Euch sind, gehören sie euch doch nicht. Ihr dürft Ihnen Eure Liebe geben, aber nicht Eure Gedanken. Ihr dürft Ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen.

Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in Euren Träumen.

Ihr dürft Euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie Euch ähnlich zu machen. Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.

Ihr seid die Bögen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgesandt werden.

Der wahre Schütze jedoch sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit. Er spannt Euch mit seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.

Lasst euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein. Denn so wie er denn Pfeil liebt, der fliegt, liebt er auch den Bogen, der fest ist.

 

Khalil Gibran, arabischer Dichter 1883 - 1931

 

 

 

 



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